Lernen mit neuen Medien im Projekt Hessencampus

Gemeinsame Tagung des Hessischen Kultusministeriums, des Hessische Volkshochschulverbandes (hvv) und studiumdigitale

Das Hessische Kultusministerium, der Hessische Volkshochschulverband (hvv) und studiumdigitale, die zentrale eLearning-Einrichtung der Goethe-Universität, haben am 7. Juni 2010 im Gästehaus der Hochschule zu einer gemeinsame Veranstaltung zum Einsatz neuer Medien in der hessenweiten Initiative Hessencampus eingeladen. Über fünfzig Vertreter der beteiligten Volkshochschulen, Schulen und Bildungseinrichtungen folgten der Einladung und nahmen an dem mit Vorträgen und Workshops gestalteten Tag teil.

 

 

 

 

Nach dem Eröffnungsvortrag von Herrn Hochstätter aus dem Kultusministerium (HKM), der die Ziele des Tages und der Hessencampus-Initiative nochmals verdeutlichte, stellte Claudia Bremer, Geschäftsführerin von studiumdigitale, die Potentiale neuer Medien in den verschiedenen Bildungsprozessen der Hessencampus-Einrichtungen vor. Wolfgang Ruppert, Lehrer am Haus des Lebenslagen Lernens Dreieich und unterstützend auch im HKM tätig, beleuchtete die Grenzen und Potentiale des Medieneinsatzes auch für bildungsferne Bevölkerungsschichten und den Umgang mit dem so genannten ‚digitale divide’, also den Gruppierungen, die noch nicht über einen Internetzugang verfügen.

Das Potential neuer Medien für diese Zielgruppe machte Rupert Steegmüller, Vertreter der VHS Offenbach, mit der Präsentation des Offenbacher Selbstlernzentrums deutlich: Hier werden genau die Zielgruppen erreicht, die laut der Internet- und Bildungsstudien den Weiterbildungsangeboten gegenüber so verschlossen sind. Bis zu 1000 Teilnehmende absolvieren erfolgreich digitale Selbstlernkurse zu Office-Produkten und im Sprachenbereich. Bei den durch Fachkräfte betreuten Selbstlernangeboten fällt auf, dass 60% der Teilnehmenden Frauen sind und dass sich durch das Angebot auch verstärkt ältere Lerner angesprochen fühlen (50% sind im Alter zwischen 30 und 50 Jahre und sogar 30% über 50).

In der zweiten Projektpräsentation stellte Udo Hauser von der Herwig-Blankertz-Schule in Hofgeismar das Anfang 2009 gestartete Projekt „Virtuelles Lernen in der Berufsschule“ (ViLBe) vor, das das Ziel hat, die Medienkompetenz der Auszubildenden zu fördern. Durch die Nutzung digitaler Lernmaterialien glaubt man bereits beobachten zu können, dass die Bedeutung des Lehrbuchs bei den Teilnehmenden abnimmt, dafür die Recherche und die Erstellung eigener Materialien durch die Lerner zunimmt.

In der Schule für Erwachsene Osthessen erwerben Lernende mit Hilfe der Lernplattform edunex und des dort integrierten Virtual Classroom Tools Centra ihren Schulabschluss. Dietmar Becker verdeutlichte, dass die neuen Medien den Lernenden erhebliche Fahrzeiten ersparen, indem sie von verschiedenen Standorten in Osthessen aus wie z.B. in Gemeindezentren mit Hilfe des Virtual Classroom Settings am entfernten Präsenzunterricht teilnehmen können. An der VHS Frankfurt können mit der Unterstützung der gleichen Software Berufstätige innerhalb eines stark virtualisierten einjährigen Kurses den Realschulabschluss nachholen.


In der vierten und abschließenden Projektvorstellung präsentierte der stellvertretende Leiter der VHS Frankfurt, Danijel Dejanovic, ein Kooperationsprojekt des Hessencampus Frankfurt und der VHS Frankfurt mit einer Berufsschule, in dem Schüler mit Hilfe digitaler Lernangebote des Anbieters Tell Me More ihre Sprachkenntnisse erweitern.

Im Anschluss fanden fünf mit Hilfe der OpenSpace-Methode gebildete Arbeitsgruppen statt, die sich der technischen Infrastruktur, der Lernkultur und der Medienkompetenz von Lernenden und Lehrenden, dem online Sprachenlernen und dem Austausch von eLearning-Inhalten widmeten.


In der abschließenden plenaren Sitzung wurden nächste Schritte und zukünftige Ziele wie die Förderung von Leitprojekten und die stärkere Vernetzung der einzelnen Initiativen in Arbeitsgruppen und Netzwerktreffen vereinbart.


Die beteiligten Veranstalter, darunter auch der designierte zukünftige Geschäftsführer des hvv, Christoph Köck, freuten sich über die große Resonanz zu der Veranstaltung. „Dass wir als Kooperationspartner für die mediendidaktische und technische Beratung durch Hessencampus und den hvv angefragt wurden, belegt die Praxisnähe der eLearning-Konzepte der Goethe-Universität Frankfurt“, so zog studiumdigitale-Geschäftsführerin Claudia Bremer, die die Veranstaltung moderiert hatte, erfreut eine Bilanz des Tages. Auch der Auftraggebers, das Kultusministerium Hessen, Herr Hochstätter sah in der Veranstaltung einen erfolgreichen Auftakt für neue Projektinitiativen und einen verstärkten Einsatz neuer Medien in der Hessencampus-Initiative.

 

Downloads:

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Autoren:  Claudia Bremer und Ralph Müller