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Hessischer Volkshochschulverband e.V.

Lebensbegleitendes Lernen im Zentrum

 

Strategieworkshop der hessischen Volkshochschulen auf Burg Fürsteneck

 

Die Förderung von acht Projektinitiativen „Zentren Lebensbegleitenden Lernens“ durch das Land Hessen werten die Leiterinnen und Leiter der hessischen Volkshochschulen und der Hessische  Volkshochschulverband (hvv) grundsätzlich positiv, so der Sprecher der Leiterkonferenz Michael Schneider, vhs-Leiter in Limburg-Weilburg. Auf einer Klausurtagung in der Burg Fürsteneck ermunterten die Volkshochschulen das Land, die Weiterbildung in den Regionen zu stärken. Es gehe nun darum, in den Initiativen Erfolg versprechende Weichenstellungen zu setzen. Die wichtigen Herausforderungen in Bildung und Weiterbildung könnten nur gemeinsam mit den Volkshochschulen  bewältigt werden. Die Volkshochschulleitungen formulierten  eine Stellungnahme zu  den aktuellen Entwicklungen in der hessischen Weiterbildung und zu den Zentren Lebensbegleitenden Lernens in Hessen:

 

Stellungnahme der Konferenz der vhs-Leiterinnen und Leiter zu den Zentren Lebensbegleitenden Lernens (ZLL) in Hessen

 

Die hessischen Volkshochschulen verfügen über hervorragende Erfahrungen als kommunale Weiterbildungsträger und sind dort seit Jahrzehnten erfolgreich verankert. Auf diesem Hintergrund bewerten sie die vom Land Hessen in einer „Entwicklungspartnerschaft“ geförderten Initiativen zu den Zentren Lebensbegleitenden Lernens (ZLL) als eine herausfordernde Chance, notwendige zusätzliche Bildungs- und Weiterbildungsprogramme in den Regionen Hessens zu realisieren.

Derzeit befinden sich die ZLL-Initiativen in einer Einstiegs- und Konzeptionsphase. Die Volkshochschulen gestalten diese Entwicklung aktiv mit und orientieren auf gemeinsame Leitideen sowie unverzichtbare Gesichtspunkte der Qualität. Diese können die Zukunftsfähigkeit eines Gesamtsystems Lebensbegleitenden Lernens in Hessen dauerhaft stützen. Vorrangig zu berücksichtigen sind: 

 

- Verbesserung der Integration von beruflicher und allgemeiner Bildung und Weiterbildung. Die hessischen Volkshochschulen beziehen sich mit ihren Angeboten ganzheitlich auf das berufliche und allgemeine Leben der Teilnehmer/innen. Die ZLL-Initiativen können diese Perspektive sichern helfen.

- Ausrichtung der ZLL-Initiativen auf alle Altersgruppen und Generationen im Sinne eines Gesamtsystems Lebensbegleitenden Lernens in Hessen. Dazu verfügen  die hessischen Volkshochschulen  über Szenarien aus ihrer Diskussion zum vhs-Bildungsplan 0-80.

- Institutionsübergreifende Bildungsplanung  und –beratung in den jeweiligen hessischen Regionen

- Nutzung und Optimierung gemeinsamer Ressourcen.

 

Die hessischen Volkshochschulen bringen mit der „Marke vhs“ beste Voraussetzungen in die weitere Entwicklung der ZLL  ein. Durch Zertifizierungen gesicherte Qualitätsstandards und Bildungsangebote sowie ein umfassendes (Weiter-)Bildungsverständnis können sie das Projekt ZLL stützen. Aus Sicht der Volkshochschulen spielen die ZLL in den Überlegungen zu strukturellen und organisatorischen Veränderungen der hessischen Bildungs- und Weiterbildungslandschaft eine wichtige Rolle. Eine Stärke des Modellprojekts ZLL sehen die Volkshochschulleiter/innen darin, dass der Gestaltungsprozess im Dialog aller beteiligten Einrichtungen und ihrer Träger mit dem Land Hessen erfolgt.

 

Die Entwicklung des ZLL-Projekts unterstreicht die zunehmende Bedeutung der Weiterbildung. Sie führt zu einer Aufwertung der jeweiligen (Bildungs-) Region und bietet insbesondere den Menschen erhöhte Bildungschancen.

 

Gefordert sind auf diesem Weg hohe Verantwortlichkeit und Sorgfalt bei dem Ausbau der (Weiter-)Bildungskooperationen. Dieser Prozess braucht angemessene Zeit, um gut gelingen zu können. Die bereits vorhandenen regionalen Bildungsleistungen und der erhoffte Mehrwert durch ZLL ergeben zusammen ein Bildungsangebot, das individuelle Bildungswünsche und Bedarfe befriedigen kann. Dieses muss insgesamt durch die Landesförderung geeignet gestützt und gesichert werden.

 

Damit alle Volkshochschulen ihre Kompetenzen als kommunale Bildungsdienstleister in diesen Prozess  einbringen können,  bedarf es eines transparenten Verfahrens zur Einrichtung weiterer ZLL und entsprechender zusätzlicher Landesmittel.

 

Ansprechpartner:

 

Dr. Enno Knobel  

069-560008-11, E-Mail: knobel(at)vhs-in-hessen.de

 

Bernhard S.T. Wolf 

069-560008-28, E-Mail: wolf(at)vhs-in-hessen.de

 

 

 


 

 

Landesausschuss für Berufsbildung (LAB)

Empfehlung des Landesausschusses für Berufsbildung (LAB) zur Entwicklung von Zentren Lebensbegleitenden Lernens (ZLL) vom 16.04.2007

 

1. Im Kontext der allgemeinen Anstrengungen zur Intensivierung und Strukturierung von Bildungsangeboten begrüßt der LAB die Initiative der Hessischen Landesregierung und regionaler Bildungsakteure. Der LAB hält die Initiative, die Angebote der beruflichen Schulen, der Schulen für Erwachsene, der Volkshochschulen und vergleichbarer Bildungsträger und Institutionen zusammen zu fassen und deren Angebote aufeinander abzustimmen, für notwendig und wichtig. Die Initiative bietet die Chance, ein besseres, effektiveres und zielorientiertes Angebot der genannten Einrichtungen zu entwickeln.

 

2. Der LAB stellt fest, dass mit den entstehenden Zentren nur Segmente der Weiterbildung erfasst werden können. Die bestehende, differenzierte Struktur des Weiterbildungsmarktes darf davon nicht beeinträchtigt werden; Verdrängungseffekte und Marktverzerrungen sind zu vermeiden.

 

3. Der LAB fordert die Landesregierung auf, den neu entstehenden ZLL aufzugeben, in ihren regionalen Wirkungsbereichen ihre Konzepte mit allen relevanten Akteuren der Weiterbildung zu kommunizieren.

 

4. Der LAB fordert von der Landesregierung, die „Erklärung zur Entwicklungspartnerschaft der ZLL“, die das Land Hessen mit Initiativen geschlossen hat, weiterzuentwickeln. Dabei ist insbesondere zu beachten, dass die ZLL z. B im Feld Übergang Schule – Beruf keine Parallelstrukturen aufbauen.

 

5. Der LAB erwartet, über die weitere Entwicklung des Konzeptes der Landesregierung zu ZLL kontinuierlich informiert und in die Diskussion einbezogen zu werden.

 

 


 

 

AG der Direktorinnen und Direktoren an Beruflichen Schulen in Hessen